„Einfach nur Wahnsinn“

Christina Hengster und Sanne Dekker sorgen auch auf der gefährlichsten Strecke der IBSF für ein Top-Ergebnis

Das Weltcuprennen im Olympia-Eiskanal von Whistler (CAN) war an Spannung kaum zu überbieten. Drei neue Bahnrekorde und etliche persönliche Bestleistungen spiegeln das starke Starterfeld und die perfekten Bedingungen wieder. Acht Bobs waren am Start, was aber nicht den Erfolg schmälern soll, denn es waren die acht besten der Welt. Auf der gefährlichsten und schnellsten Strecke der IBSF gab es mit Spitzengeschwindigkeiten von 151 km/h keinen Platz für Fehler, dies musste die Belgierin Willemsen Elfje bei ihrem Sturz in der „Fifty-Fifty“ Passage schmerzhaft zur Kenntnis nehmen.

Christina Hengster legte mit ihrer Partnerin Sanne Dekker im ersten Lauf eine Sensationsfahrt hin und überbot alle ihre persönlichen Bestzeiten. Dem Blitzstart in Lauf 2 – noch einmal 2 Hundertstel-Sekunden schneller als im Lauf 1 – folgte wiederum eine tolle Fahrt, im Ziel blieb sie allerdings zwei Hundertstel-Sekunden hinter ihrem Rekord aus Lauf 1. Team Hengster musste sich nur der kanadischen Olympiasiegerin und zweimaligen Weltmeisterin Kaillie Humphries auf Rang Eins (0,27 Sekunden Vorsprung) sowie der US-amerikanischen Olympia-Dritten Jamie Greubel-Poser auf Rang Zwei (0,12 Sekunden Vorsprung) geschlagen geben. Durch Rang Drei konnte Hengster auch den dritten Rang im Gesamtweltcup etwas absichern. Das Resultat zeigt auch deutlich, dass Österreich wieder ein Damenbob-Team von Weltklasseformat besitzt, das auch konstant starke Ergebnisse einfahren kann. Die Hoffnung auf den ersten österreichischen Sieg in der Geschichte des Damenbobs, die nach den letzten drei Rennen aufkeimte, besteht für die Rot-Weiß-Rote Bob-Nation zurecht. Das Duo fliegt jetzt voll motiviert und beflügelt zurück nach Europa, um in Igls auf die Heim-WM zu trainieren und in St. Moritz (SUI) beim siebten Weltcuprennen, das gleichzeitig die Europameisterschaft ist, erneut anzugreifen.

Christina Hengster: „Einfach nur Wahnsinn, wir haben es erneut auf’s Stockerl geschafft. Es war eine harte Woche, ich habe mich sehr schwer getan in der Bahn. Umso glücklicher bin ich, dass wir dieses Rennen mit solch einem Ergebnis beenden konnten. Wir werden morgen zufrieden unseren Heimflug antreten und die Vorfreude auf die kommenden Rennen in Europa ist groß.“

Nationaltrainer Manfred Maier: „Es war ein sehr schwieriges Rennen, da die Bahn brutal schnell war. Meiner Meinung nach überschreitet man hier schon wieder die Grenzen der Physik. Leider hat man aus der Vergangenheit, Olympia 2010, nichts gelernt und der Weltverband schaut tatenlos zu. So hatten wir diese Woche wieder zahlreiche Stürze, die glücklicher Weise fast verletzungsfrei überstanden werden konnten. Für uns hatte heute die Sicherheit Vorrang und nicht das Ergebnis, schön wenn es dann doch noch zu einem Stockerlplatz reicht.“

Foto: Charles Booker

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