Versöhnliches Ende

Nichts wurde aus der erhofften Medaille – und trotzdem durfte Christina Hengster schlussendlich über eine Bronzene jubeln. Als österreichische Medaillenhoffnung war die 30-Jährige mit ihrer Bremserin Sanne Dekker in die Bob- und Skeleton Weltmeisterschaft gestartet, ein Sturz schon im ersten Lauf beendete allerdings die Träume von Edelmetall im Zweierbob der Damen. Der Bob kippte im Labyrinth, rutsche seitlich entlang der Zielkurve und mit Christina Hengster und Sanne Dekker über die Ziellinie. „Es war ein Fehler von mir“, sagte Hengster nach dem Sturz, „Ich habe einen leichten Schlag vor der Einfahrt ins Labyrinth bekommen.“ Zum Glück blieben die beiden Sportlerinnen unverletzt, auch der Bob „Betsy the Beast“ überstand die Rutschpartie ohne gravierende Schäden. Platz 9 am Ende von Lauf 1 mit einem Rückstand von einer halben Sekunde auf Platz 3 – die Medaillenchance war dahin.

Wahren Sportlerinnengeist bewies das Damen-Duo aber mit ihrem weiteren WM-Auftritt, traten sie doch trotz diverser Schmerzen zu den weiteren Läufen an. Rang 5 in Lauf 2 schob Hengster/Dekker auf den sechsten Zwischenrang, mit der viertbesten Zeit in Lauf drei machten sie eine weitere Position gut. Schlussendlich beendeten Christina Hengster und Sanne Dekker ihre Heim-WM auf Platz 6.

Was ohne Sturz möglich gewesen wäre, zeigte das schnelle Duo beim Mannschaftsbewerb, legten sie doch den Grundstein für die österreichische Medaille: Laufbestzeit, zeitgleich mit den kanadischen Duo Humphries/Lee, aber noch vor den aktuellen Weltmeisterinnen Schneiderheinze/Bertels. Vor Christina Hengster war Skeleton-Fahrer Matthias Guggenberger ins Rennen gegangen und belegte Rang 11. Guggenberger war allerdings gesundheitlich angeschlagen, da ihn eine eitrige Angina die ganze Woche ins Bett und zur Einnahme von Antibiotika gezwungen hatte. Im Ziel wartend kollabierte Guggenberger und wurde in die Klinik gebracht. Von dort wurde er am Abend entlassen, die WM war für ihn aber vorbei. In der Zwischenzeit hatte Guggenbergers Lebensgefährtin Janine Flock – die vom Kollaps ihres Freundes nichts wusste – im Skeleton und Benjamin Maier mit Danut Moldavan im Zweierbob, die mit einer beherzten Fahrt noch Deutschland 2 überholten, Österreich die Bronzemedaille gesichert.

 

 

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