Bobs erreichen Geschwindigkeiten von weit über 100, teilweise über 150 km/h, beispielsweise auf dem Whistler Sliding Centre bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver. In den Steilkurven und Schikanen kann die Beschleunigung kurzzeitig 5 g (fünffache Erdbeschleunigung) erreichen. Das stellt enorme Anforderungen an die Besatzung. Der Pilot muss über ein extrem gutes Reaktionsvermögen, ein hervorragendes „Bahngefühl“ und eine ausgeprägte Feinmotorik verfügen. Schon kleinste Lenkbewegungen an der falschen Stelle können im schlimmsten Falle einen Überschlag verursachen. Die Unterschiede zwischen den Spitzenmannschaften betragen mitunter auch nach vier Läufen in Addition oft nur wenige Hundertstel– oder Tausendstelsekunden. Oft fällt die Entscheidung über die Platzierung bereits in der Anschub– und Startphase auf den ersten 50 Metern. Die Anlaufzone ist ungefähr 15 Meter lang. Um wenige Hundertstel schlechtere Startzeiten bewirken in der Regel einen Verlust von einigen Zehntelsekunden im Ziel und nur wenige Weltklassepiloten können solche Verluste auf der Strecke noch aufholen. Deshalb müssen die Anschieber sehr athletisch gebaute gute Sprinter mit explosivem Schnellkraftvermögen sein. Oft werden ehemalige Leichtathleten, meist Sprinter (z. B. Kevin Kuske), Weitspringer oder Zehnkämpfer (z. B. Christoph Langen und Wolfgang Hoppe), als Hinterleute verpflichtet, die später teilweise selbst Bobpiloten (z. B. Christoph Langen und Wolfgang Hoppe) werden. Die Anschieber fast aller Spitzenmannschaften können mit 100-Meter-Bestzeiten unter 11 Sekunden aufwarten. Bei einem Sturz auf der Bobbahn dürfen keine Personen aus dem Bob geschleudert werden, sonst wird der Bob disqualifiziert. Wenn alle Personen nach dem Sturz des Bobs in einem der ersten drei Läufe bis zum Einlauf im Ziel darin verblieben sind, kann das Bobteam den Wettbewerb fortsetzen, sofern es körperlich noch dazu in der Lage ist.
Quelle: Wikipedia













